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Bernbacher_Kraus_Redlin_Blogbeitrag
Klaus Bernbacher (links), mit Chefdirigent Richard Kraus und NWD-Geschäftsführer Gebhard Redlin

Erinnerungen an Klaus Bernbacher
1962 leitete Klaus Bernbacher erstmals die Nordwestdeutsche Philharmonie. Der Dirigent und seit 1969 auch Musikchef von Radio Bremen war ein rühriger Netzwerker, der sich vehement auch in der Politik für die Förderung der Neuen Musik und des künstlerischen Nachwuchses einsetzte. Er war u. a. Mitbegründer von „Jeunesses Musicales“ und der Musikakademie Weikersheim, des Landesmusikrates Bremen, der „Tage der Neuen Musik“ in Hannover und hat auch in Ostwestfalen-Lippe tiefe Spuren hinterlassen. Von 1969 bis 1996 entstanden in Herford gut 500 Aufnahmen für den Bremer Sender, darunter viele Werke junger zeitgenössischer Komponisten, die größtenteils von ihm selbst geleitet wurden. 1972 begründete er die Zusammenarbeit des Deutschen Musikrates, des Staatsbades Salzuflen und der Nordwestdeutschen Philharmonie für die Konzertreihe „Podium Junger Solisten“, in der über drei Jahrzehnte alle relevanten Nachwuchskünstler („Künstlerliste Deutscher Musikrat“) in rund 180 Konzerten in der Konzerthalle Bad Salzuflen zu hören waren. Als Dirigent liebte er vor allem die Werke von Richard Wagner und Richard Strauss und ermöglichte dem Orchester spektakuläre Aufführungen wie die 2. Sinfonie von Gustav Mahler im Bremer Dom oder Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“ als Kooperation der Bremer Philharmoniker und der Nordwestdeutschen Philharmonie im Jahr 1982 in der Bremer Glocke.

Am 3. Dezember ist Klaus Bernbacher im Alter von 92 Jahren in Bremen verstorben. Die NWD hat ihm viel zu verdanken.

Ein Nachruf von Christian Becker, NWD-Orchestergeschäftsführer i. R.