DIE KONZERTSAISON 26/27 BEGINNT AM 2.OKTOBER
Eine Uraufführung, Tschaikowskys 1. Klavierkonzert und Beethovens 7. Sinfonie: Zum Auftakt der Herforder Saison 2026/27 trifft musikalische Gegenwart auf große Tradition.
Am Freitag, 2. Oktober 2026, um 20 Uhr empfängt die Nordwestdeutsche Philharmonie ihr Publikum im Stadtpark Schützenhof – mit einem Programm, das Altes und Neues nicht fein säuberlich voneinander trennt, sondern miteinander ins Gespräch bringt. Gleich zu Beginn steht Musik, die an diesem Abend zum ersten Mal überhaupt erklingt: Giovanni Allevis „Lost Time Symphony“ erlebt ihre Uraufführung. Danach folgen mit Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 und Beethovens 7. Sinfonie zwei Werke, die längst ihren festen Platz im musikalischen Gedächtnis gefunden haben.
Ein neuer Klang für einen neuen Abend
Eine Uraufführung hat etwas Unwiederholbares. Was im Konzertsaal geschieht, geschieht genau dort und genau in diesem Moment zum ersten Mal. Es gibt noch keine Hörgewohnheit, keine Erinnerung an frühere Aufführungen, keinen Vergleich mit einer vertrauten Interpretation. Das Publikum begegnet der Musik gleichsam im Augenblick ihrer Geburt.
Für diesen besonderen Saisonauftakt hat die NWD Giovanni Allevi eingeladen. Der italienische Pianist und Komponist steuert mit seiner „Lost Time Symphony“ ein neues Orchesterwerk bei, das die Nordwestdeutsche Philharmonie erstmals öffentlich zum Klingen bringt. Der Titel selbst wirkt wie ein kleines poetisches Rätsel: „verlorene Zeit“. Zeit, die uns entgleitet, die wir suchen, erinnern oder vielleicht sogar zurückgewinnen möchten.
Was genau aus diesem Gedanken musikalisch entsteht, lässt sich nicht vorwegnehmen.
Tschaikowsky: Ein Klavier und ein ganzes Orchester
Nach diesem Blick in die Gegenwart öffnet sich der Vorhang für einen der großen Klassiker des romantischen Konzertrepertoires: Peter Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23.
Solist ist Aleksandar Madžar, ein international renommierter Pianist, der bereits früh bei bedeutenden Wettbewerben auf sich aufmerksam machte und seit vielen Jahren auf den großen Konzertpodien Europas zu Hause ist.
Tschaikowskys erstes Klavierkonzert gehört zu jenen Werken, die man vielleicht schon hundertmal gehört haben kann und die einen dennoch immer wieder überraschen. Schon die berühmten ersten Takte entfalten eine geradezu überlebensgroße Klangwelt: Das Orchester setzt ein, das Klavier antwortet – und plötzlich scheint der Konzertsaal weiter zu werden.
Doch hinter dem großen Auftritt steckt weit mehr als musikalische Pracht. Das Klavierkonzert lebt vom Wechselspiel zwischen Solist und Orchester, zwischen virtuoser Brillanz und weit ausschwingender Melodie. Madžar begegnet diesem Werk gemeinsam mit der NWD und ihrem Chefdirigenten Jonathan Bloxham. Bloxham, der seit der Saison 2024/25 die Nordwestdeutsche Philharmonie als Chefdirigent prägt, verbindet dabei seine Arbeit mit dem Orchester immer wieder mit einer besonderen Offenheit für unterschiedliche musikalische Epochen und Ausdrucksformen.
Beethoven lässt die Musik tanzen
Zum Abschluss erklingt seine Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 – ein Werk, das weniger erzählt als in Bewegung setzt. Beethoven komponiert hier Musik, die vorwärtsdrängt, die pulsiert, insistiert und immer wieder neue Energie entwickelt.
Kaum ein Beethoven-Werk macht so unmittelbar spürbar, welche Kraft in Rhythmus liegen kann. Richard Wagner bezeichnete die Siebte später als „Apotheose des Tanzes“. Tatsächlich scheint die Musik an vielen Stellen kaum stillstehen zu können: Motive werden aufgenommen, weitergereicht, verdichtet und immer wieder neu entfacht.
So endet der Konzertabend mit einem Werk, das vor mehr als zwei Jahrhunderten entstand – und dennoch eine erstaunliche Gegenwärtigkeit besitzt.
Drei Zeiten, ein Konzert
Vielleicht liegt genau darin die besondere Dramaturgie dieses Saisonauftakts: Allevi, Tschaikowsky, Beethoven – drei Komponisten, drei musikalische Welten, drei sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein Orchester erzählen kann.
Jetzt noch ins NWD-Abonnement einsteigen
Wer nicht nur den Auftakt, sondern die musikalische Reise durch die gesamte Herforder Saison 2026/27 erleben möchte, kann jetzt noch in das NWD-Abonnement einsteigen.
Das Herforder Sinfoniekonzert-Abonnement umfasst zehn Sinfoniekonzerte mit festem Sitzplatz. Zusätzlich erhalten Abonnentinnen und Abonnenten freien Eintritt zu zwei Kammerkonzerten nach Wahl. Die NWD beschreibt das Abonnement als besonders komfortable Möglichkeit, über die gesamte Saison hinweg regelmäßig neue Werke, Solistinnen und Solisten sowie unterschiedliche musikalische Klangwelten zu erleben.
Die Preise für das Herforder Abonnement 2026/27 liegen – abhängig von der Platzkategorie – bei 255, 204 oder 175 Euro für zehn Konzerte. Ermäßigungen sind vorgesehen.
Wer noch dabei sein möchte, kann sich direkt an die Geschäftsstelle der Nordwestdeutschen Philharmonie wenden. Dort lassen sich die aktuell verfügbaren Plätze auswählen und alle Fragen rund um das Abonnement persönlich klären.
Auch Einzelkarten sind erhältlich – über die NWD-Geschäftsstelle, den Reservix-Webshop der NWD sowie über die Buchhandlung E. Otto, das Theaterbüro in der Stadtbibliothek und die Tourist-Information Herford.
Nordwestdeutsche Philharmonie
Stiftbergstraße 2
32049 Herford
Telefon: 05221 9838-0
Die Geschäftsstelle ist montags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.
Der Saisonauftakt auf einen Blick
Freitag, 2. Oktober 2026, 20 Uhr
Stadtpark Schützenhof Herford
Giovanni Allevi – Lost Time Symphony (Uraufführung)
Peter Tschaikowsky – Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23
Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
Nordwestdeutsche Philharmonie
Aleksandar Madžar, Klavier
Jonathan Bloxham, Leitung