Raminta Šerkšnytė · Wolfgang Amadeus Mozart · Felix Mendelssohn Bartholdy
Izabelė Jankauskaitė (© Theresa Pewal)
Die Nordwestdeutsche Philharmonie lädt mit der ersten Abo-Konzertreihe im Jahr 2026 zu einer Reise in die Klanglandschaften des Nordens ein – von der mystischen Mittsommernacht des Baltikums über die elegante Leuchtkraft des klassischen Wiens bis hin zur rauen Poesie schottischer Burgen und Küsten. Mit Werken von Raminta Šerkšnytė, Mozart und Mendelssohn lässt die litauische Dirigentin Izabelė Jankauskaitė zu Beginn des neuen Jahres musikalischen Sturm zu Haltung werden. Solist des Abends ist einer der bekanntesten Musiker der Niederlande, Ronald Brautigam, der mit seinen plastischen Phrasierungen absoluter Spezialist der Klavierkonzerte Mozarts ist.
Den Auftakt bildet ein Werk von schwebender Intensität und hypnotischer Schönheit: Raminta Šerkšnytės Midsummer Song (2009). Die international gefeierte litauische Komponistin (*1975) erschafft in ihrem Werk einen Klangraum, der sich frei entfaltet – jenseits starrer Formen, getragen von innerer Spannung und poetischer Tiefe. Subtil klingt die Geschichte ihres Heimatlandes an, die Erfahrung von Befreiung und Neuanfang, verwoben mit archaischen Naturbildern und leuchtenden Farben. Schillernde Höhen, ein geheimnisvoll grollender Bass und pulsierende Klangflächen beschwören die euphorische Kraft der Sommersonnenwende, jenes uralten Rituals zwischen Licht, Natur und Mythos. Am Pult steht mit Izabelė Jankauskaitė eine Dirigentin, die diese Klangsprache aus eigener kultureller Nähe heraus formt – authentisch, atmend und von innen heraus leuchtend.
Wie eine funkelnde Brücke zwischen Gegenwart und Klassik entfaltet sich anschließend Mozarts Klavierkonzert G-Dur KV 453. Leichtfüßig, geistreich und voller überraschender Wendungen zeigt sich hier der reife Mozart auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Bereits der erste Satz besticht durch eine scheinbar mühelose Eleganz. Solist des Abends ist Ronald Brautigam, einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit und international gefeierter Spezialist für die Musik der Wiener Klassik. Seine Ausbildung bei Rudolf Serkin in den USA sowie seine tiefgehende Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis verleihen seinem Spiel eine unverwechselbare Mischung aus Klarheit, Energie und gestalterischer Freiheit.
Den krönenden Abschluss bildet Mendelssohns „Schottische“ Sinfonie, ein musikalisches Reisejournal voller Atmosphäre und dramatischer Kraft. Inspiriert von Mendelssohns Reise nach Schottland im Jahr 1829, atmet dieses Werk die Weite der Landschaft, das Echo alter Ruinen und die melancholische Schönheit des Nordens. Feierlich und geheimnisvoll hebt die Sinfonie an, bevor sich leidenschaftliche Streicherlinien und tänzerische Rhythmen entfalten. Das flirrende Scherzo mit seinen fernen Hornrufen trägt unverkennbar schottisches Kolorit, während das Finale kämpferisch und kraftvoll in einen beinahe heroischen Schluss mündet. Mendelssohn selbst wünschte sich die Sätze ohne Unterbrechung – als eine große, zusammenhängende Erzählung.
Termine:
• Minden – Stadttheater
DO, 22.01.2026, 20:00 Uhr
• Herford – Stadtpark Schützenhof
FR, 23.01.2026, 20:00 Uhr
• Bad Salzuflen – Konzerthalle
SA, 24.01.2026, 19:30 Uhr
• Detmold – Konzerthaus (HfM)
DI, 27.01.2026, 19:30 Uhr
• Paderborn – Paderhalle
MI, 28.01.2026, 19:30 Uhr
• Gütersloh – Stadthalle
FR, 30.01.2026, 20:00 Uhr
• Lippstadt – Theater
SO, 01.02.2026, 18:00 Uhr
Tickets sind an den jeweils auf der Konzertseite angegebenen Vorverkaufsstellen, für die Konzerte in Herford und Bad Salzuflen über die Geschäftsstelle der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford und für das Konzert in Herford zusätzlich als Online-Ticket via Vibus erhältlich.