Uraufführungen und Passionsklänge am Palmsonntag in Detmold
„Eine geistliche Oper von herausragender Qualität“ (Frieder Bernius über „Des Heilands letzte Stunden“ von Louis Spohr) zwischen zwei Uraufführungen von Max Doehlemann erwartet Sie am Sonntag, 29.03.2026, um 18:00 Uhr im Konzerthaus der Hochschule für Musik in Detmold. Die Nordwestdeutsche Philharmonie und der Oratorienchor Detmold werden von Florian Ludwig dirigiert.
Max Doehlemann steht für eine Musik, die neue Räume öffnet. Der in Hamburg geborene Komponist, Pianist und musikalische Visionär verbindet seine klassische Ausbildung mit unbändiger künstlerischer Neugier. Nach dem Kompositions- und Klavierstudium an der Musikhochschule München sowie des Orchesterdirigierens an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ entwickelte er eine Handschrift, die sich bewusst keiner Schule unterordnet. Stattdessen folgt Max Doehlemann seiner eigenen Idee einer offenen, undogmatischen Moderne – einer Musik, die erzählt und neue Perspektiven wagt. Im Zentrum seines künstlerischen Denkens verbindet Max Doehlemann formale Klarheit mit erzählerischer Kraft und experimentiert mit neuen melodisch-harmonischen Konzepten. Dabei fließen auch Einflüsse aus Jazz und der Musik arabisch-jüdischer Traditionen und Klangwelten in seine Werke ein. Besonders das Kunstlied betrachtet er als kreatives Labor, in dem neue musikalische Essenzen entstehen. Beide Werke Max Doehlemanns – „Entgegnung“ für Sopran-Solo, Chor und Orchester sowie „Jüdisches Nachtgebet für Bariton-Solo und Orchester“ – erfahren am 29.03.2026 um 18:00 Uhr im Konzerthaus der Hochschule für Musik in Detmold unter Florian Ludwig ihre Uraufführung.
Zwischen den beiden Uraufführungen steht das Oratorium „Des Heilands letzte Stunden“ von Louis Spohr. Das Werk entstand in den Jahren 1834 – 1835 und zählt zu den bedeutenden Passionskompositionen der Romantik. Die Uraufführung fand am Karfreitag 1835 in der Kasseler Hof- und Garnisonskirche statt und verlief allem Anschein nach durchaus zufriedenstellend – so berichtet Spohr: „Unsere Aufführung am Charfreitage ist ganz nach Wunsch ausgefallen und das Werk scheint, nach Allem was ich höre, einen tiefen Eindruck gemacht zu haben. […] So vollgedrängt die Kirche auch war und so gemischt das Auditorium, so herrschte doch vor und während der Musik die feierlichste Stille, wodurch auch wir, die Ausübenden, in die rechte Stimmung versetzt wurden. So wurde das Werk von Anfang bis zu Ende ohne alle störenden Fehler durchgeführt und gereichte Allen zur größten Erbauung.“ Und die Erfolgsgeschichte sollte sich fortsetzen, denn seit der erfolgreichen Erstaufführung 1837 in England hat das Passionsoratorium auch im britischen Musikleben einen zentralen Platz eingenommen. Spohr schildert in seinem Passionsoratorium die letzten Stunden Jesu in eindringlichen musikalischen Bildern – mit dramatischen Chören, bewegenden Solopassagen und einer Orchesterbegleitung voller Ausdruckskraft. Die handelnden Personen lassen sich wie Charaktere einer Oper verstehen. So verbindet Spohr in seinem Werk eine vergleichsweise freie, poetische Textdichtung mit tief empfundener Musik, die nicht mehr liturgisch geprägt, doch stets durchdringen ist vom religiösen Gehalt.
Max Doehlemann Entgegnung (UA)
Louis Spohr Des Heilands letzte Stunden
Max Doehlemann Jüdisches Nachtgebet (UA)
Nordwestdeutsche Philharmonie
Oratorienchor Detmold
Vokalsolisten
Florian Ludwig, Leitung