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Die Krönung der Kammermusik mit dem Carus-Trio

Das international besetzte Carus-Trio vereint Luis López (Violine), Rezi Khaindrava (Cello) und Julius Backer (Klavier). Wenn es um die Frage geht, wo ein perfekter Einstieg in die Welt der Kammermusik liegt, dann fällt die Wahl ganz klar auf das Klaviertrio. Kaum eine Besetzung vereint so viel Ausdruckskraft, Dialog und klangliche Vielfalt. Es gehört nicht nur zu den beliebtesten Formationen der Kammermusik, sondern ist wahrscheinlich auch die faszinierendste. Beim Kammerkonzert am Mittwoch, 06.05.2026 um 20:00 Uhr im Studio der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford steht das Carus-Trio im Zentrum – drei Musiker, die den Abend gleich drei großen Namen widmen: Beethoven, Debussy und Schumann.

 Schon lange bevor das Klaviertrio seine heutige Form fand, waren Triobesetzungen populär. Das Klaviertrio entstand ursprünglich aus einer eher pragmatischen Idee: der „begleiteten“ Klaviersonate. Das frühe Fortepiano – der Vorläufer des modernen Flügels – klang noch zart und gläsern, fast fragil. Um ihm mehr Ausdruckskraft zu verleihen, stellte man ihm eine Violine zur Seite, die die singende Oberstimme verstärkte, und ein Cello, das dem Bass Fundament gab. So entstand das «klassische» Klaviertrio. Mit diesem Durchbruch begann eine kreative Entdeckungsreise: Komponistinnen und Komponisten experimentierten mit Klangfarben, loteten das Gleichgewicht zwischen den Instrumenten aus und entwickelten raffinierte Wege, musikalische Ideen zwischen Klavier, Violine und Cello zu verteilen. Aus diesen Experimenten entstand über die Jahrhunderte hinweg ein beeindruckendes Repertoire – voller Glanz, Tiefe und Erfindungsreichtum. Natürlich gibt es auch andere Besetzungsvarianten für das Klaviertrio, doch traditionell besteht es aus den drei Instrumenten Klavier, Violine und Cello.

Das Carus-Trio hat sich für das Kammerkonzert am Mittwoch, 06.05.2026 um 20:00 Uhr im Studio der Nordwestdeutschen Philharmonie für Werke von Beethoven, Debussy (Klaviertrio G-Dur) und Schumann (Trio Nr. 3 op. 110) entschieden. So eröffnet der Abend mit dem Trio op. 11 von Beethoven. Entstanden um die Wende von 1797 auf 1798, gehört das Werk zu Beethovens früher Schaffensphase – einer Zeit des Aufbruchs, in der er bereits begann, die musikalische Welt nach seinen eigenen Regeln zu formen. Seinen charmanten Beinamen „Gassenhauer“ verdankt das Trio dem Finalsatz. Hier entfaltet Beethoven eine Reihe von Variationen über eine Melodie, die damals in aller Munde war – ein echter Ohrwurm der Wiener Straßen. Die Vorlage stammt aus der Oper L’Amor Marinaro von Joseph Weigl, genauer gesagt aus dem Lied „Pria ch’io l’impegno“ – frei übersetzt etwa: „Bevor ich mich an die Arbeit mache“. Der Begriff „Gassenhauer“ selbst spricht Bände: Im Wiener Dialekt bezeichnete er ein Lied, das so populär war, dass es in jeder Gasse gesungen oder gepfiffen wurde – Musik, die lebt, atmet und mitten im Alltag der Menschen pulsiert.

 

TERMIN & PROGRAMM

MI, 06.05.2026, 20:00 Uhr 
Herford, Studio der Philharmonie

5. Kammerkonzert

Ludwig van Beethoven Trio B-Dur op. 11 „Gassenhauer-Trio“
Claude Debussy 
Klaviertrio G-Dur
Robert Schumann
Trio Nr. 3 g-Moll op. 110
 

Carus-Trio:

Luis López, Violine
Rezi Khaindrava, Cello
Julius Backer, Klavier

 

  • Tickets sind im Vorverkauf über die Touristinformation Herford (05221-1891526), die Buchhandlung E. Otto (05221-53179), das Theaterbüro in der Stadtbibliothek (05221-500007), die Geschäftsstelle der Nordwestdeutschen Philharmonie (05221-98380) oder direkt an der Abendkasse erhältlich.