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Intimität, Ironie und Aufbruch bei der Nordwestdeutschen Philharmonie

Mit einem Programm voller Kontraste beschließt die Nordwestdeutsche Philharmonie die auslaufende Sinfoniekonzert-Saison in Herford, Bad Salzuflen und beim Festival „Voices“ auf Gut Holzhausen. Am 19., 27. und 28. Juni stehen unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Vincent de Kort Werke des amerikanischen Komponisten Terence Blanchard, Gustav Mahlers berühmte Rückert-Lieder sowie Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 9 auf dem Programm. Solist des letzten Abonnementkonzerts der Saison in Herford ist der international gefragte niederländische Bariton Thomas Oliemans.

 Den Auftakt bildet die Suite aus Terence Blanchards Oper „Fire Shut Up in My Bones“. Der vielfach ausgezeichnete Jazz-Trompeter und Komponist verbindet darin die Klangsprache des Jazz mit sinfonischer Wucht und opernhafter Ausdruckskraft. Die zugrunde liegende Geschichte erzählt von den Erinnerungen, Verletzungen und Hoffnungen der persönlichen wie gesellschaftlichen Selbstfindung eines jungen Mannes. Die Oper schrieb Musikgeschichte als erste Oper eines afroamerikanischen Komponisten an der Metropolitan Opera in New York.

Mit den Rückert-Liedern von Gustav Mahler folgt anschließend einer der innigsten Liedzyklen der Spätromantik. Die fünf Vertonungen von Gedichten Friedrich Rückerts kreisen um Liebe, Einsamkeit, Trost und die Sehnsucht nach innerem Frieden. Besonders das berühmte „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ zählt zu den bewegendsten Liedern der Musikgeschichte. Mahler verzichtet hier auf große dramatische Gesten und schafft stattdessen musikalische Augenblicke von fast schwereloser Schönheit – Musik, die nach innen lauscht und zugleich universelle Gefühle ausdrückt. Für die Interpretation dieser Lieder konnte mit Thomas Oliemans einer der profiliertesten Baritone Europas gewonnen werden. Der niederländische Sänger ist regelmäßig an den bedeutenden Opernhäusern der Welt zu Gast, darunter die Metropolitan Opera New York, das Royal Opera House Covent Garden, die Staatsoper Berlin und die Niederländische Nationaloper Amsterdam. Neben seinen Opernengagements gilt Oliemans als herausragender Liedinterpret, der sich insbesondere mit den Liedern Gustav Mahlers einen Namen gemacht hat.

Nach der Pause erklingt Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 9 Es-Dur. Als das Werk 1945 entstand, erwartete die Sowjetführung ein monumentales Siegesdenkmal zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Schostakowitsch überraschte jedoch alle: Statt einer pathetischen Triumphsinfonie schrieb er ein vergleichsweise kurzes Werk voller Witz, Leichtigkeit und hintergründiger Ironie. Hinter den scheinbar heiteren Klängen verbirgt sich jedoch ein feinsinniger Kommentar auf Macht und Erwartungshaltungen. Die Sinfonie begeistert bis heute durch ihre brillante Orchestrierung, ihren sprühenden Humor und ihre unverwechselbare Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Am Pult steht Vincent de Kort, der unter anderem bei Mariss Jansons ausgebildet und durch Persönlichkeiten wie Bernard Haitink geprägt wurde.

Fr., 19.06.2026, 20:00 Uhr
Herford, Stadtpark Schützenhof

Sa, 27.06.2026, 19:30
Nieheim, Gut Holzhausen

So., 28.06.2026, 19:30
Bad Salzuflen, Konzerthalle

Terence Blanchard Fire Shut Up in My Bones: Suite
Gustav Mahler Rückert-Lieder
Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 9 Es-Dur op. 70

Nordwestdeutsche Philharmonie
Thomas Oliemans, Bariton
Vincent de Kort, Leitung

 

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