Erhabene Kammermusik mit Jonathan Bloxham am Cello
Jonathan Bloxham, charismatischer Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie, legt am Mittwoch, 04.02.2026, um 20:00 Uhr beim Kammerkonzert im Studio der Philharmonie in Herford seinen Taktstock beiseite – und lässt sein Cello sprechen. So sieht gelebte Balance zwischen Experimentierfreude und stets neuen Herausforderungen aus: Jonathan Bloxham als Cellist, vereint mit einem hochkarätig besetzten Ensemble in Werken von Beethoven und Schubert. Ein Abend als überraschende Gelegenheit, dem Chefdirigenten der Nordwestdeutschen Philharmonie ganz neu zu begegnen.
Positionswechsel: Der Brite Jonathan Bloxham, gegenwärtiger Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie, Musikdirektor des Luzerner Theaters sowie Chefdirigent und Künstlerischer Berater der London Mozart Players, wurde von keinem Geringeren als Paavo Järvi gefördert, stand bereits am Pult von Orchestern wie dem London Symphony und BBC Symphony Orchestra und ist unter anderem regelmäßiger Gast der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Vor Aufnahme seiner Dirigentenkarriere feierte er als Cellist des Busch Trios Erfolge – und genau dorthin, zu den Anfängen seiner Karriere, bringt den Chefdirigenten der Nordwestdeutschen Philharmonie das Kammerkonzert am Mittwoch, 04.02.2026, um 20:00 Uhr im Studio der Philharmonie in Herford zurück. Jonathan Bloxham, der mit 16 Jahren aus seiner Heimatstadt Gateshead wegzog, um Cello an der Yehudi Menuhin School zu studieren, wird am Abend zum Teil eines Ensembles mit Cosima Soulez Larivière (Violine), Sào Soulez Larivière (Viola), Jovan Pantelich (Cello) und Benjamin Baker (Violine), der von der New York Times für seine „Mischung aus Virtuosität, kultivierter Eleganz und jugendlicher Strahlkraft“ gefeiert wurde. Internationale Solistinnen und Solisten, vereint in Herford für einen Abend im Zeichen außergewöhnlicher Musikalität.
Mit dem ersten Werk des Programms, Beethovens Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3, ist eine Begegnung mit dem jungen Beethoven garantiert: frisch aus Bonn nach Wien gekommen, gefeierter Klaviervirtuose mit scharfem Gehör, besten gesellschaftlichen Kontakten – und einer schier überbordenden schöpferischen Fantasie, getragen von melodischer Genialität. Bereits 1798 macht Beethoven mit seinem Streichtrio klar: Rechnen Sie immer mit dem Unerwarteten – es sei denn, Beethoven entscheidet sich ganz bewusst für das Erwartete! Es folgt Schuberts Streichquintett C-Dur, vollendet im Spätsommer 1828. Dieses Werk ist Abschied und Verklärung zugleich: Musik von überwältigender Größe, die in entrückte, beinahe himmlische Sphären führt. Das Quintett verlangt ein tiefes, waches Hören, das uns ganz im gegenwärtigen Moment verankert – und spielt dabei raffiniert mit unserem Zeitempfinden. Zeit und Raum scheinen sich zu dehnen, zu verschieben, aufzulösen. Der Kritiker Joshua Kosman spricht von einer „Alice-im-Wunderland-artigen Fluidität von Zeit und Entfernung“, einer Spiegelwelt, in der Ferne plötzlich nah erscheint und Nähe in die Ferne rückt. Jubel und Klage, Zärtlichkeit und Tragik, Licht und Abgrund: Schuberts Wechselbad der Gefühle entfesselt alle Wandlungen, die den Abend zu einem sinnlichen Erlebnis werden lassen.
- Tickets sind im Vorverkauf über die Touristinformation Herford (05221-1891526), die Buchhandlung E. Otto (05221-53179), das Theaterbüro in der Stadtbibliothek (05221-500007), die Geschäftsstelle der Nordwestdeutschen Philharmonie (05221-98380) oder direkt an der Abendkasse erhältlich.•
Mit Werken von Beethoven und Schubert erleben wir an diesem Abend zwei tragende Säulen der gesamten Kammermusikliteratur. Vollendete Streichmusik, die stellenweise fast sinfonische Dimensionen annimmt! Ich freue mich, wenn Sie dazu beitragen, dass wir diese Reise zwischen ungarischen Volkstanzrhythmen und dem Flair eines Wiener Kaffeehauses inmitten von Herford gemeinsam genießen.