Beiträge

Ein großer Erfolg war die 1. Biennale für Ostwestfalen-Lippe unter dem Motto LAND.SCHAFFT.KULTUR. Mehr als 3.000 Zuschauer besuchten vom 13. bis 17. Juni die insgesamt acht Veranstaltungen vor der malerischen Kulisse von Schloss Rheda. Für das Festival, das alle zwei Jahre an einem anderen Ort in der Region stattfinden soll, haben sich die fünf größten ostwestfälisch-lippischen Kulturinstitutionen zusammengeschlossen: die Nordwestdeutsche Philharmonie, das Theater Bielefeld mit seinen Bielefelder Philharmonikern, das Landestheater Detmold, das Theater Paderborn und die Hochschule für Musik Detmold.

Pastellfarbene Regencapes in lila, gelb und rosa bestimmten das Bild beim Open-Air-Konzert der NWD am 16. Juni. Die rund 800 Zuschauer trotzten gut gelaunt dem beständigen Tröpfeln aus grauem Himmel und ließen sich mit Begeisterung von einer »OWL-Night of the Proms« anstecken, die den Vergleich mit dem berühmten britischen Vorbild nicht zu scheuen brauchte. Ebenso schwungvoll wie sensibel leitete der junge Dirigent Johannes Klumpp das Orchester und führte zudem ausgesprochen geistreich, humorvoll und charmant durch das abwechslungsreiche Programm. Opernarien und Zarzuelas, wunderbar interpretiert von der deutsch-ungarischen Mezzosopranistin Kinga Dobay, entführten das Publikum aus dem ostwestfälischen Nieselwetter in heiter-sonnige südliche Gefilde. Und als nach der Pause der Himmel aufklarte, sorgten patriotische englische Kompositionen wie Edward Elgars Marsch Pomp and Circumstance, Rule Britannia von Thomas Arne und selbstverständlich die Nationalhymne God save the Queen für eine Stimmung, wie sie britischer nicht hätte sein können. So sang das Publikum beherzt mit und ließ etliche Fähnchen flattern.

Vollends gewann Johannes Klumpp die Herzen der NWD-Fans, als er sich gegen Ende des Konzertes mit sehr persönlichen Worten an das Auditorium wandte. Als freier Dirigent, so sagte er, habe er schon mit vielen Orchestern gearbeitet. Doch: »Es macht mir kaum irgendwo so viel Spaß wie mit der NWD. Die Musikerinnen und Musiker suchen nach Emotionen in der Musik, sie suchen nach Hingabe – und dem begegnet man nicht überall.« Sein Appell: »Mit der NWD haben Sie hier in der Region eine Perle. Sie müssen mir versprechen, dass Sie auf diese Perle aufpassen!«