Eugene Tzigane zum Chefdirigenten der Nordwestdeutschen Philharmonie berufen

Trägerverein folgt dem einstimmigen Votum des Orchesters



Der Trägerverein der Nordwestdeutschen Phil­har­monie hat in seiner Mitglieder­versammlung am 7. Dezember 2009 den Amerikaner Eugene Tzigane einstimmig zum neuen Chefdirigenten der Nordwest­deutschen Philharmonie berufen.

Er ist der Wunschkandidat des Orchesters: Der Amerikaner Eugene Tzigane. Der 27-Jährige, der in Tokio geboren wurde, in Kalifornien aufwuchs und heute in New York lebt, tritt mit Beginn der Konzertsaison 2010/2011 die Nachfolge von Andris Nelsons an. Erleben konnte ihn das Publikum in der Region Ende Oktober in fünf Abonnementskonzerten. Sein erstes Konzert als Chefdirigent der NWD wird er im Oktober 2010 leiten. »Für die Premiere hat sich Eugene Tzigane die sinfonische Dichtung Ein Heldenleben von Richard Strauss gewünscht«, sagt Intendant Andreas Kuntze.


Beim Internationalen Sir Georg Solti-Wettbewerb im Herbst 2008 in Frankfurt am Main war Andreas Kuntze auf den jungen Dirigenten aufmerksam geworden. »Ich habe Tzigane bei den Proben zur Feuervogel-Suite erlebt und fand es sehr überzeugend, was er an eigenen musikalischen Ideen einbrachte. Er war begeisterungsfähig und auf eine angenehme Weise selbstbewusst. Außerdem empfand ich seine Schlagtechnik als ausgesprochen klar und inspirierend«, betont Kuntze. Diesen positiven Eindruck teilten ein Jahr später auch die Musikerinnen und Musiker der NWD. »Tzigane arbeitet mit einer unglaublichen Beharrlichkeit an Details – und das auf eine Art, die uns alle beflügelt. Als Musiker wird man von ihm auf eine spannende Entdeckungsreise mitgenommen«, berichtet Thomas Brogsitter, Vorspieler der 2. Geigen. Seine Kollegin, die Klarinettistin Julia Bohn, hat vor allem die natürliche Autoriät Tziganes beeindruckt: »Schon nach den ersten Takten war uns klar, dass wir mit ihm arbeiten wollen. Seine Tatkraft und sein Elan sind sehr mitreißend.«


Eugene Tzigane, Sohn einer japanischen Mutter und eines amerikanischen Vaters, hat an der renommierten Juilliard School in New York und an der Königlichen Hochschule für Musik in Stockholm studiert. Nach seinem Studium etablierte er sich schnell als gefragter Künstler. 2009 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper mit Mozarts Cosi fan tutte. Ein weiterer Höhepunkt seiner bisherigen Karriere war sein Engagement beim Polnischen Musikfestival 2008, wo er den Chor und das Orchester der Krakauer Philharmonie leitete. Tziganes Vertrag mit der NWD ist auf vier Jahre angelegt. In der ersten Saison wird er voraussichtlich fünf Konzertreihen dirigieren und u. a. die 5. Sinfonie Ludwig van Beethovens erarbeiten. Neben Brahms gehört Beethoven zu den Lieblingskomponisten des Dirigenten, der trotz seines noch jungen Alters über eine große Bandbreite und sehr profunde Repertoire-Kenntnisse verfügt. »Eugene Tzigane kann mit einer frühen Haydn-Sinfonie ebensoviel anfangen wie mit einem Werk von Strawinsky. Von ihm dürfen wir sicherlich eine Erweiterung des Repertoires erwarten«, verspricht Andreas Kuntze.



Eugene Tzigane (Foto: Peter Schaaf)

 

 
 
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